Aco Šopov: Anthologie personnelle (Eine persönliche Anthologie), Actes Sud/Collection UNESCO d’Oeuvres représentatives, 1994.

„Das Gedicht Aco Šopovs lehnt emotionalen ‘Überschuss’ ab, um nur die Sphären der originellen Angst anzugehen“, schreibt der mazedonische Dichter Ante Popovski im Vorwort zu diesem Buch, Eine gewisse Idee des Heiligen. „So kündigt sich eine schwarze Semantik an, in der schon die Silhouette des Dichters sichtbar wird, auf der Schwelle zur Verzweifelung, gekleidet in Schrecken und von Gefahren umgeben. Seine äusserste Sensibilität erlaubt ihm alles vorauszuahnen, dass ihm im Schwarzen das Unheilbare auf eine Art und Weise fühlbar wird. Er wird später versuchen diese gewalttätige Semantik seines eigenen Endes durch eine dichte philosophische Idee zu ersetzen, in der die Resignation sowie die Angst keinen Platz mehr haben. Die schwarze Sonne, die Mitternachtsonne, Stigmata, Feuer und Blut sind deren letzte Symbole“.

Während der Veröffentlichung der französischen Adaption dieses Gedichtbandes von Edouard J. Maunick, basierend auf der Übersetzung von Jasmina Šopova, erhielt diese einen Brief von Federico Mayor, Generaldirektor der UNESCO. Der vom 27. März 1994 datierte Brief lautet:

Liebe Kollegin,Lettre Mayor
Mit grosser Freude habe ich die Gedichte Ihres Vater empfangen und zum erstenMal gelesen. Poesie – und vor allem diese – befreit uns von Zeit und Raum, um uns doch gleichzeitig und auf geheimnisvolle Weise in Kontinuität und Örtlichkeiten  einzuschreiben. Sie ist in ihrer Gewalt genauso gross, wie in ihrer unterliegenden Zärtlichkeit, Wort der Wahrheit in ihrem Zugang zum Intimsten des Seienden. Sie ist in ihren Lichtblicken und Lichthöfen das uns leitende und tröstende auf den Wegen des Alltäglichen. Vielen Dank sie zu teilen. Ich verbleibe, liebe Kollegin, mit freundlicher Hochachtung.
Federico Mayor