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Lied

Sei Erde, unbeugsam und hart,
die Statue auf meinem Schreibtisch, stumm und rein
Verlache die Vergänglichkeit, und schmerzerstarrt
gewaltig wachs empor aus Stein.

Sei Himmel, sei mein Blau, sei Garbe, sternenschwer,
Luft in vier Wänden lebendig bewegt –
Senk unfehlbar dich in mein Herz – ein Speer!
Karyatide sei die stützt und trägt.

Aco Šopov, Der Wind bringt schönes Wetter (Ветрот носи убаво време), 1957
Gedicht übersetzt von Ina Jun-Broda, Schwarze Sonne, 2012
Erstmals veröffentlicht in Literatur und Kritik, 39, October 1969, p. 523